Das sagt die DGE wirklich zur veganen Ernährung

Was sagt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) eigentlich zum Thema vegan? Es scheint eine landläufige Meinung zu sein, dass offizielle Ernährungsgesellschaften, wie die eine rein pflanzliche Ernährung ablehnen. Darauf wird sich in Diskussionen über Ernährung dann auch oftmals berufen. Aber schauen wir mal genau hin, ob die DGE gegenüber der veganen Ernährung wirklich so kritisch eingestellt ist.

Ist die DGE anti-vegan oder provegan?

Die DGE schreibt in der Zusammenfassung ihres Positionierungspapiers, dass „eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich.“ Sie zählt potentiell kritische Nährstoffe auf und weist darauf hin, dass das Risiko für eine Nährstoffunterversorgung in sensiblen Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit erhöht sei.

Wer nun hier aufhört zu lesen, hat natürlich den Eindruck, die DGE würde von einer veganen Ernährung abraten. Leider haben die meisten Journalisten auch genau das getan. Und genau deshalb stellt es auch die weitläufige Meinung dar. Bei Positionierungspapieren von Ernährungsgesellschaften ist es wohl ein generelles Problem, dass aus Einfachheit nur das Resümee gelesen wird. Dies ist aber im Vergleich zur richtigen Abhandlung sehr knapp gehalten und spiegelt in diesem Fall die vollständige Position der DGE überhaupt nicht wieder

Genauer hingeschaut: Das steht wirklich im DGE Positionierungspapier zum Thema Vegan

Die eigentliche Stellungnahme fällt deutlich positiver aus, als man es nach dem kritischen Resümee erwarten würde. Es werden die gesundheitlichen Vorteile hervorgehoben und sogar anerkannt, dass „eine pflanzenbetonte Ernährungsform (mit oder ohne einen geringen Fleischanteil) gegenüber der derzeitig in Deutschland üblichen Ernährung mit einer Risikosenkung für ernährungsmitbedingte Krankheiten verbunden ist.“ (2)

Die DGE nennt zusammenfassend drei Bedingungen, bei deren Erfüllung sie auch die vegane Ernährung als bedarfsgerecht und positiv bewertet:

1. Vitamin B12 Supplemtierung und regelmäßige Kontrolle der Blutwerte.

Wer sich vegan ernährt, sollte laut DGE Vitamin B12 supplementieren und den Wert regelmäßig überprüfen. Dies empfiehlt die DGE aber z.B. auch allen Menschen über 50 Jahren. Es ist also ein Vorbehalt, der sehr leicht aus dem Weg geräumt werden kann. Zudem ist das Fehlen von Vitamin B12 in unserer Nahrung kein Problem der pflanzlichen Ernährung an sich. Das Vitamin wird von Bakterien gebildet, die wir normalerweise durch ungewaschene Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser zu uns genommen haben. Das ist in unserer industrialisierten Welt heutzutage natürlich anders. Auch die „Nutztiere“ bekommen Vitamin B12 in der Regel künstlich zugeführt. Sie stehen nicht mehr auf den Weiden, wo sie das Vitamin durch ungewaschenes Gras nicht mehr zu sich nehmen. Der Grund warum Fleisch heutzutage Vitamin B12 enthält, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass es in großen Mengen dem Tierfutter beigemischt wird.

2. Eine gezielte Zufuhr nährstoffdichter Lebensmittel.

Wer sich vegan ernährt, sollte nährstoffdichte Lebensmittel für seinen Speiseplan wählen. Das gilt aber ebenfalls nicht nur für eine vegane Ernährung. Es handelt sich eine grundsätzliche Empfehlung für sämtliche Ernährungsweisen. Denn natürlich ist keine Ernährungsweise per se bedarfsdeckend. Es kommt immer auf die Kostzusammenstellung an! Natürlich schützt auch die Zufuhr von tierischen Produkten nicht vor Nährstoffmängeln. Die Wahrheit ist ja, dass die aktuelle westliche Ernährung nicht nur einen Mangel an vielen Vitaminen und Nährstoffen erzeugt, sondern so viele gesundheitsabträgliche Stoffe enthält, dass sie die Nummer 1 Ursache für zahlreiche Bevölkerungskrankheiten ist.
Genau deshalb habe ich mich auf die pflanzliche Vollwertkost spezialisiert, bei der eine Zufuhr nährstoffdichter Lebensmittel im Fokus steht und so eine bedarfsdeckende Nährstoffzufuhr spielend leicht erreicht werden kann.

3. Gezielte Beratung durch einen Ernährungsberater zur Erlangung eines Grundverständnisses über die eigene Ernährung.

Wer sich vegan ernährt, sollte laut DGE ein solides Grundverständnis zum Thema Ernährung haben und dieses ggf. durch die Unterstützung eines Ernährungsberaters erlangen. Auch dies ist nicht limitiert auf Menschen, die sich pflanzlich ernähren, sondern ebenso hilfreich für alle anderen Ernährungsweisen. Gerade aber bei veganer Ernährung sind Diskussionen in den Medien und evtl. auch im Bekanntenkreis oftmals mit gefährlichem Halbwissen geprägten. Daher ist umso wichtiger, eine solide Sachkenntnis zu haben, um der eigenen Gesundheit nicht zu schaden, sondern im Gegenteil die potentiellen Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung komplett auszuschöpfen! Und natürlich um sich nicht mehr von Anderen verunsichern zu lassen.

Um dieses unbedingt notwendige Wissen darüber zu erlangen, wie eine vegane Ernährung bedarfsdeckend in den Nährstoffen zusammengestellt wird, kannst du an meiner kostenlosen Videoserie teilnehmen.

Warum die DGE gar nicht anti-vegan sein kann

Die Bedenken zu einer veganen Ernährung fallen demnach viel geringer aus zunächst aus der Zusammenfassung ersichtlich ist. Wenn man die Empfehlungen der DGE mit einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung anhand der folgenden „Teller“ vergleicht, wird auch klar, warum die DGE gar nicht „anti-vegan“ sein kann.

Vegan Gesund DGE
Wie die DGE wirklich zur veganen Ernährung steht lässt sich gut an dem Vergleich der Ernährungskreise sehen

DGE Ernährungkreis vs. Veganer Ernährungskreis

Die beiden Ansätze sind sich eigentlich sehr ähnlich – genauer gesagt stimmen sie zu 75% überein. Die DGE empfiehlt also eine Ernährung, die zu 75% pflanzlich ist. Das wird von den meisten Menschen vollkommen übersehen. Lediglich die 7% aus Fleisch, Wurst und Fisch sowie 18% Milchprodukte weichen auf dem veganen Ernährungsteller und werden durch Hülsenfrüchte bzw. Nüsse und Samen ersetzt. Laut den Autoren des Positionierungspapiers ist dieser Ersatz vollkommen unbedenklich, insofern dadurch die potentiell kritischen Nährstoffe geliefert werden, die sonst durch die tierischen Produkte abgedeckt werden.

Das Fazit: Die DGE sieht eine pflanzliche Ernährung recht positiv!

Ein genauer Blick auf das Positionierungspapier zur veganen Ernährung zeigt, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen vorteilhafter als die in Deutschland übliche Ernährung angesehen wird.

Die einzigen Vorbehalte der DGE gegenüber veganer Ernährung beziehen sich auf die sensiblen Lebensphasen von Schwangeren, Stillenden und Kindern. Andere Ernährungsgesellschaften hingegen halten die Ernährungsweise uneingeschränkt für bedarfsdeckend und positiv. Warum es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt und wie es sehr wohl möglich und gesundheitsförderlich sein kann, sich auch in diesen Lebensphasen pflanzlich zu ernähren, werde ich in kommenden Artikeln noch behandeln.

Denn auch hier gibt es noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Im Endeffekt können wir schließlich nur eine bewusste Entscheidung treffen, wenn wir auch über alle Informationen verfügen. Die eher kritisch formulierte Zusammenfassung der DGE-Empfehlungen hat demnach für etwas Verwirrung gesorgtund ich hoffe, dass ich etwas Licht ins Dunkle bringen konnte.

Wir haben gesehen, dass eine pflanzliche Ernährung eine sehr hohe Deckungsgleichheit mit den Empfehlungen der DGE hat. Das ist sicher nicht der ultimative Beweis, wie vorteilhaft diese Ernährung für dich sein kann. Aber es ist enorm wichtig, dass sich auch offizielle Ernährungsgesellschaften pro-vegan äußern. Das nimmt vielen Kritikern den Wind aus den Segeln und bekräftigt viele Menschen in ihrer Entscheidung, ihre Ernährung umzustellen.

Du willst vegane Ernährung endlich so richtig angehen?

Inwiefern sich eine pflanzliche Vollwertkost oder einfach schon ein höherer Anteil an naturbelassenen, pflanzlichen Lebensmitteln auf dein Wohlbefinden und deine Gesundheit auswirken kann, wirst du nur erfahren, wenn du es versuchst.

Ich unterstütze dich gerne auf diesem Weg und erarbeite mit dir zusammen eine Strategie, wie auch du deine Ernährung in deinem Alltag schrittweise umstellen kannst. Und zwar ganz ohne das Gefühl von Verzicht, Kalorien zählen oder strikten Regeln. Und individuell für deine Ziele!

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